(Männer kommen zurecht) Mit ein wenig Hilfe von männlichen Freunden
Ich bin kein Mann, daher werde ich mich gar nicht erst mit den Komplexitäten befassen, die es mit sich bringt, in der heutigen Welt als Mann zu leben – aber geht es Männern gut?
Seit der Pandemie hören wir immer wieder von Einsamkeit, insbesondere im Zusammenhang mit einem starken Rückgang enger Männerfreundschaften.1
Außer in Marketingbildern wird dies jedoch hinter viel Positivität versteckt. Die VisualGPS‑Untersuchungen von Getty Images zeigen, dass über die Hälfte der Männer in beliebten Bildern der Marken, mit denen wir zusammenarbeiten, eine positive Emotion zeigen. Fast die Hälfte des Bildmaterials zeigt Männer mit ihren Freunden. Wenn wir genauer hinschauen, so sind in nur 4 % des Bildmaterials ausschließlich männliche Freundschaften zu sehen. Umso wichtiger ist es, dass wir diese seltenen, aber entscheidenden Beziehungen richtig darstellen.
Warum sollten wir uns für „Bromance“ interessieren?
Wir wissen, dass die Authentizität von Bildmaterial ein entscheidender Faktor ist, um eine Bindung zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern aufzubauen, und dass Bildmaterial, mit dem man sich identifizieren kann, gut ankommt. Tatsächlich ist Bildmaterial, das ihnen oder ihrem Lebensstil ähnelt, einer der wichtigsten Gründe, der die Entscheidungsfindung von Männern in den sozialen Medien beeinflusst. Die VisualGPS‑Untersuchungen ergaben auch, dass Männer sich mehr Unterstützung für Menschen mit psychischen Problemen wünschen. Doch die zunehmende kulturelle Stigmatisierung und verinnerlichte Homophobie machen es Männern derzeit schwer, sich emotional verletzlich zu zeigen.
Das ist kein guter Zeitpunkt. Bedauerlicherweise berichtet PBS, dass nur jeder fünfte Mann emotionale Unterstützung von Freunden erhält.2
Marken können jedoch zeigen, dass sie diese Feinheiten erkennen, die aktuell in Bildern kaum zu sehen sind, und damit bei männlichen Verbrauchern ankommen: Drei von vier Männern bewerten es positiv, wenn Unternehmen, deren Produkte bzw. Dienstleistungen sie kaufen, die Herausforderungen anerkennen, mit denen sie persönlich konfrontiert sind.
Rücken Sie die Besonderheiten männlicher Freundschaften ins Licht
Aus Bildtests, die wir im Rahmen von VisualGPS durchgeführt haben, wissen wir, dass Männer ein Bild eher als „erfolgreich“ bewerten, das einen glücklichen Vater und seinen Sohn beim Spielen im Freien zeigt, als eines, auf dem ein Geschäftsmann in einem Maßanzug und mit einer Designeruhr in einem Privatjet sitzt. Dies unterstreicht, wie wichtig Beziehungen im Leben von Männern sind. Bildmaterial kann diese wichtigen Freundschaften auf verschiedene Weise hervorheben.
High‑Fives und Fistbumps
Enge Freunde haben keine Angst vor Nähe, wenn sie auf dem Sofa sitzen oder draußen spazieren gehen (das ist das häufigste Szenario, in dem männliche Freunde gezeigt werden). Sogar etwas so Einfaches wie eine Berührung, wie ein ermutigender Fistbump oder ein beruhigender Klaps auf den Rücken, kann die Bedeutung einer Freundschaft unterstreichen. Nähe kann sogar durch die Komposition mit dichten Einstellungen, wie z. B. Nahaufnahmen, erzeugt werden. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl der Bilder, wie nah sich Männer stehen und was das über ihre Beziehung aussagt. Um die Verbundenheit einer Männerfreundschaft wirklich zu betonen, können Sie auch Berührungen wie High‑Fives oder sogar Umarmungen zeigen.
Jungen weinen nicht
In Männerfreundschaften scheinen Emotionen überwiegend positiv zu sein, was in Ordnung ist – aber wer ankommen will, sollte auf die Feinheiten achten. Ein freundschaftliches, aber kompetitives Spiel zum Beispiel wird eine andere Stimmung erzeugen als ein alberner Streich.
Wenn wir noch einen Schritt weiter gehen, zeigen sich Menschen bei engen Freunden eher emotional verletzlich. Laut Pew Research fühlen sich Menschen in den USA (unabhängig vom Geschlecht) wohler, wenn sie mit Freundinnen oder Freunden über ihre psychische Gesundheit sprechen als mit Familienangehörigen.3 Diese Gespräche sind mit unterschiedlichsten Emotionen verbunden, wie Überforderung, Angst und sogar Wut. Negative Emotionen machen weniger als 20 % des Bildmaterials aus, das männliche Freundschaften darstellt, sodass diese in den beliebtesten Bildern unter den Kundinnen und Kunden von Getty Images selten zu finden sind. Wenn eine Marke sich wirklich von der Masse abheben möchte, sollte sie die Verletzlichkeit zeigen, die mit Freundschaft einhergeht, und die Unterstützung, die sich daraus ergibt.
Und im Zweifelsfall kann man natürlich immer auf den besten Freund des Menschen zurückgreifen.
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Quellen
[1] The Guardian
[2] PBS
[3] Pew Research Center